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Stufe 1: Abwägen, ob und wann das Absetzen des Antidepressivums angebracht ist.

Der erste Schritt des Absetzens ist natürlich zu erwägen, ob ein Absetzen zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt angebracht ist. Im Idealfall wird diese Entscheidung nach sorgfältiger Überlegung zusammen mit dem behandelnden Arzt getroffen. Folgende Fragen können dabei der Orientierung dienen:

  • Hat sich die ursprüngliche Symptomatik über einen ausreichenden Zeitraum hinweg verbessert?
  • Ist der Patient durch Psychotherapie, Paar-Therapie, eine kognitive Verhaltenstherapie oder andere Massnahmen insoweit psychisch gewachsen und stabil, dass die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten der Symptome gering ist?
  • Haben sich die Lebensumstände insoweit geändert, dass die Auslöser der Symptome nicht mehr vorhanden oder zumindest nicht mehr dominierend sind?
  • Leidet der Patient an starken Nebenwirkungen, die ein Absetzen wünschenswert machen?
  • Sind diese Nebenwirkungen so gravierend, dass ein Absetzen notwendig ist?
  • Selbst wenn der der Patient nicht unter Nebenwirkungen leidet: Zieht er es vor, das Medikament abzusetzen, statt es auf unbestimmte Zeit einzunehmen, und die meist unbekannten Langzeitwirkungen und Risiken in Kauf zu nehmen?

In manchen Fällen kommt der Patient nach einer solchen Bewertung zu dem Schluss, dass er das Antidepressivum weiter einnehmen möchte. Falls der Patient das Medikament weiter einnehmen will, aber unter starken Nebenwirkungen leidet, kann der Arzt versuchen, die Dosis herabzusetzen oder auf ein anderes Medikament aus einer anderen Substanzgruppe umzustellen.
Kommt der Patient zu dem Schluss, dass er das Medikament absetzen will, geht es weiter mit Stufe 2 - der ersten Dosisreduktion.